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Hochwasser: In Dessau-Waldersee hat eine neue Zeitrechnung begonnen
Beitrag vom 09.09.2002
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In Dessau-Waldersee schlagen die Uhren anders, seit das Wasser kam. Eine neue Zeitrechnung hat begonnen: vor und nach der Hochwasserkatastrophe, die den Vorort am 18. August endgültig und vollständig heimsuchte. Wie ein schlimmer Traum erscheint das Ausmaß der Verwüstung, die das Hochwasser mit all seiner zerstörerischen Kraft anrichtete. Fast schon unwirklich vor dem Hintergrund, dass die ganz große Katastrophe an Dessau vorüberging. Mit Biegen und Brechen und einer Portion Glück, die anderen Städten elbaufwärts versagt blieb. Dennoch: für die meisten der 2.800 Bewohner Waldersees bedeutet der Einbruch des Wassers in ihre Straßen, Häuser, Firmen einen Bruch in ihrem bisherigen Dasein, der bei aller Hilfe von außen nur langsam heilen wird.
 
So richtig gewahr wurden es die meisten von ihnen erst, nachdem sie im Anschluss an die zweite Informationsveranstaltung in der Johanniskirche am 28. August wieder zurück durften in ihre Häuser - zuerst nur zu Fuß, dann, zwei Tage darauf, auch mit Auto. Die seit Tagen anhaltenden Arbeiten zur Beseitigung des ausgelaufenen Heizöls sollten nicht behindert werden.
 
Von Normalität wird in Dessau-Waldersee noch lange keine Rede sein können. Während überall an Elbe und Mulde die Sandsäcke wieder von den Deichen getragen und entleert werden, bemühen sich der Walderseer Ortschaftsrat und die Stadtverwaltung, die ebenso erfreuliche wie in ihrer Größenordnung nicht erwartete Welle der Hilfsbereitschaft in geordnete Bahnen zu lenken. Allen Betroffenen eine gerechte Hilfe zukommen zu lassen, heißt die neue Herausforderung. "Niemand soll sich als Bittsteller fühlen", sagte Propst Nachtweih in der Johanniskirche treffend: zu jenen, denen erstmals in ihrem Leben solcherart Hilfe zuteil wird, und natürlich jenen, die in Ämtern und Behörden an der Verteilung mitwirken.
 
An Soforthilfe sind im Rathaus bis zum 30. August 1.024.500 Euro ausgezahlt worden. Zum gleichen Zeitpunkt waren auf dem Spendenkonto der Stadt Dessau, dessen Mittel einzig für Waldersee und seine Bewohner aufgewendet werden, rund 420.000 Euro gebucht. Wer bestmöglich helfen will, dem sei das am Ende aufgeführte Spendenkonto der Stadt Dessau hier noch einmal besonders empfohlen. Der Überweisungsträger gilt zugleich als Spendenbeleg. Allen bisherigen und künftigen Spendern auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.
 
Nicht vergessen werden sollen hier aber auch die vielen Tausend  Helfer von überall her, die in tagelangem Ringen mit den beiden Flüssen Elbe und Mulde die Deiche so stabilisieren und mit Sandsäcken verstärken konnten, dass weitere Vororte und das übrige Stadtgebiet vor Schaden bewahrt wurden. An diese sagenhafte Unterstützung und an den bis dato nicht gekannten Zusammenhalt der Dessauer untereinander werden sich diejenigen, die diese schwersten Tage miterlebt haben, noch lange erinnern.
 
Spendenkonto der Stadt Dessau:
Kontonummer: 3000 30 48
Bankleitzahl: 800 535 72
Verwendungszweck: "Spende Hochwasser Dessau"
 


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