Nachruf
Die Mitarbeiter der Anhaltischen Landesbücherei Dessau, Freunde und Weggefährten trauern um die langjährige Direktorin der Stadtbibliothek Dessau, Frau Irmgard Lange, die nach langer schwerer Krankheit am 30.11.2009 verstorben ist.
1942 begann sie ihre Tätigkeit in der Stadtbibliothek, nach dem Krieg und nach der völligen Zerstörung der Bibliothek am 7. März 1945, wirkte sie maßgeblich an deren Wiederaufbau mit.
In den 1950er Jahren übernahm sie die Leitung und bis zu ihrem altersbedingten Ausscheiden 1979 entwickelte sie die Stadtbibliothek Dessau zu einer modernen, leistungsfähigen Einrichtung, die stets bemüht war, allen Kunden das damals Beste der zugänglichen Literaturproduktion zur Verfügung zu stellen.
Untrennbar mit ihrem Namen verbunden ist die Entwicklung eines Bibliotheksnetzes aus Zweigbibliotheken und Ausleihstellen in allen Stadtteilen, in Betrieben, Schulen, Kinder- und anderen Einrichtungen, um allen Bürgern kurze Wege zu den Angeboten der Bibliotheken zu ermöglichen. Unvergessen bleibt ihr Kampf ab 1969 für eine adäquate Unterbringung der historischen Sammlungen der Anhaltischen Landesbücherei, um die Zeugnisse aus bis zu tausend Jahren Menschheitsgeschichte auch nachfolgenden Generationen zu erhalten.
Ihre ganze Liebe galt immer der Literatur und der Musik; so wurde sie Mitbegründerin des legendären Dessauer Literaturstudios, hielt selbst Vorträge, publizierte und leitete viele Jahre die Ortsgruppe Dessau der Goethegesellschaft Weimar. Für ihr Wirken wurde sie vielfach geehrt, unter anderem auch mit dem Wilhelm-Müller- Kunstpreis der Stadt Dessau.
Nicht nur ihre MitarbeiterInnen liebten und schätzten sie wegen ihrer Fachkompetenz, ihrer Hingabe an ihren Beruf und ihre den Menschen zugewandte Art.
Sie hat bedeutende Spuren hinterlassen, sowohl in der nun über 100jährigen Bibliotheksgeschichte unserer Stadt, als auch in der Erinnerung aller, die sie kannten.
Gabriele Schneider