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    Wallwitzburg

    Herrliche Aussicht lockt wieder Wanderer an

    Die frisch rekonstruierte Wallwitzburg am Tag ihrer EröffnungWenn man so will, teilte die Wallwitzburg das Schicksal vieler, ja wohl der meisten deutschen Burgen: hoch droben auf ihrem Hügel dämmerte sie seit Generationen als Ruine dahin und inspirierte vorbeiwandernde Spaziergänger zur romantischen Erinnerung an vergangene Zeiten. Mit einem Unterschied: einen Burgherrn oder ein Burgfräulein gar hatte diese Burg seit jeher nie besessen, war sie doch von Anbeginn miniaturhafte Attrappe - eine schöne allerdings und darum nicht minder eine Attraktion.

    Wie viele Bauwerke im Dessau-Wörlitzer Gartenreich diente sie seit ihrer Errichtung im ausgehenden 18. Jahrhundert als Gestaltungselement für die sie umgebende Parklandschaft. Im Sinne der klassizistischen Architektur, die das gesamte Gartenreich prägt, sollte hier, am nördlichen Ende des Georgengartens, ursprünglich ein weiterer Tempel (ein sog. Vestatempel) entstehen. Doch die Bauherren entschlossen sich schließlich für einen Aussichtsturm in neugotischem Gewand, zumal die Wallwitzberge als höchster Ort im Dessauer Stadtgebiet geradezu einluden, hier den Blick in die Ferne schweifen zu lassen.

    In einer zeitgenössischen Schilderung wird der Erlebniswert des Bauwerkes in diesem abschließenden Teil des Georgengartens anschaulich wiedergegeben: "Und, hoch über dem  umgebenden Wald erhaben, welch eine herrliche Aussicht genießt man nicht an diesem Orte...Man sieht die, nicht selten mit Schiffen bedeckte Elbe, sieht diesseits das hiesige Kornmagazin nebst dem Dorfe Groß Kühnau, sieht den Elbpavillon und das Dorf Mosigkau, sieht das Elbhaus und die Mückenberge..."

    Nicht viel anders ergeht es dem Besucher heute wieder, denn die Wallwitzburg und ihr Umfeld wurden im Rahmen einer Maßnahme zur Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur teilweise rekonstruiert und laden wieder zur Besichtigung ein. Erst vor wenigen Tagen, am 15. Dezember nämlich, wurde dies mit einer kleinen Einweihungsveranstaltung am Fuße der Burg gemeinsam mit den Dessauern gefeiert.
    Dr. Kirsten Lott, Sachgebietsleiterin für Freiraum- und Grünplanung im Hochbauamt, fasst das erfreuliche Ergebnis  so zusammen: "Die Wallwitzburg ist jetzt ein gut gesichertes Bauwerk mit Aussichtsplattform."

    Und tatsächlich: ein geschlossenes Bauwerk wie ehedem ist die Wallwitzburg zwar nicht wieder geworden, aber mit frischem Kalkputz, angebauter Wendeltreppe und gestalteten Wegen über die umliegenden Hügel empfängt sie den Besucher als ein hübsches Kleinod historischer Gartenarchitektur, an dem er verweilen und von der Plattform den Panoramablick über die Baumwipfel in vollen Zügen genießen kann. Demgegenüber war die Rekonstruktion mit ca. 120.000 Euro Gesamtkosten vergleichbar preiswert.

    Einen Wunsch hätte Kirsten Lott freilich noch: dass der hoch aufragende Treppenturm mit seinen Zinnen wieder hinzukommt und so wie dereinst schon von weitem den Besucher anlockt. Der neu gegründete Förderverein Wallwitzburg e.V. setzt sich darüber hinaus für die vollständige Wiederherrichtung des Baudenkmals ein.

    Auch unweit von der Wallwitzburg tut sich einiges: die Arbeiten am Viereckteich sind noch in vollem Gange. Nach der Entschlammung des Teiches sind u.a. noch die Uferbereiche zu begrünen sowie die Treppen und Banknischen rund um das Gewässer wiederherzustellen. Im Frühjahr soll alles fertig sein.                        

    Carsten Sauer

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